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Organspende

10 Fragen zur Organspende

10 Fragen zur Organspende


1.      Warum sollte man nach seinem Tod Organe spenden?

    • Jährlich können durch Organspenden die Leben von Tausenden von Patienten gerettet oder die Qualität ihres Lebens beträchtlich erhöht werden. Dies ist durch große medizinische Fortschritte hinsichtlich der chirurgischen Operationstechniken und der medizinischen Nachbehandlung möglich. Hierdurch sind Organtransplantationen nahezu zu einem Routineeingriff geworden.
    • Die Zahl der Organspender in Deutschland ist jedoch zu gering und nimmt weiter ab. So sterben pro Jahr Tausende von Patienten auf der Warteliste für einen Organersatz, die gerettet werden könnten, wenn sich mehr Menschen vor ihrem Ableben bereit erklären würden, ihre Organe zu spenden.

2.      Wie wird man Organspender?

    • Dieser Schritt ist einfach. Man benötigt  einen Organspendeausweis, füllt ihn entsprechend aus und bewahrt ihn zusammen mit Personalausweis  z.B. im Portemonnaie auf.

3.      Man sollte seine Angehörigen  informieren, dass man im Falle des Todes einer Organspende zugestimmt hat. Es ist auch möglich auf dem Ausweis nur bestimmte Organe als Spenderorgane zu kennzeichnen, ebenso kann man auf dem Ausweis auch der Organspende komplett widersprechen.

4.       Wo erhält man einen Spenderausweis?

    • Spenderausweise liegen bei vielen Ärzten, Apotheken oder auch in Polizeistationen aus.
    • Im Internet ist ein Spenderausweis unter http://www.organspende-info.de/ erhältlich oder man kann sich an den Arbeitskreis Organspende, Postfach 1562, 63235 Neu-Isenburg wenden. Dort erhält man auch weitere Informationen über eine Organspende.

5.      Kann man seinen Entschluss für eine Organspende rückgängig machen?

    • Ja, dies kann jederzeit rückgängig gemacht werden. Man braucht nur den Spenderausweis zu vernichten.

6.      Entstehen den Angehörigen Kosten bei einer Organspende?

    • Alle mit einer Organentnahme und –transplantation verbundenen Kosten werden von den Krankenkassen der Empfänger bezahlt.
    • Im Gegensatz zu anderen Ländern werden aber die Bestattungskosten des Spenders nicht übernommen. Auch andere finanzielle Vergütungen für die Organspende werden nicht gezahlt.

7.      Welche Verstorbenen können Organspender sein?

    • Nur Hirntote mit künstlich aufrechterhaltenem Herz-Kreislauf-System kommen als Organspender in Frage. Es können also Patienten sein, die auf einer Intensivstation meist an den Folgen einer Kopfverletzung oder einer Hirnblutung sterben. Das passiert bei nur ca. 1 % der 400.000 Patienten, die jährlich in Deutschland im Krankenhaus sterben. In der Regel tritt zunächst der Herzstillstand ein.

8.      Gibt es eine Altersobergrenze für eine Organspende?

    • Eine generelle Obergrenze gibt es nicht mehr. Entscheidend ist der Funktionszustand der Organe. Als Richtlinie kann man etwa 70 Jahre ansehen.

9.      Ist der Hirntod ein sicheres Todeszeichen?

    • Der Hirntod gilt heute international als sicheres Todeszeichen. Es kann durch verschiedene Untersuchungen zweifelsfrei festgestellt werden, dass die Hirnfunktionen unwiderruflich erloschen sind.
    • Für die Feststellung des Hirntodes sind strenge Richtlinien erlassen. Zwei erfahrene Ärzte müssen die Untersuchungen unabhängig voneinander durchführen und dürfen nicht selbst an Organentnahmen oder Transplantationen beteiligt sein.

10.   Wann darf ein Organ entnommen werden?

    • Die Entnahme von Organen ist nach dem Deutschen Transplantationsgesetz (DTG) nur zulässig, wenn vor der Entnahme bei dem Spender der nicht behebbare Ausfall der Gesamtfunktion des Großhirns, des Kleinhirns und des Hirnstammes festgestellt ist.
    • Eine Entnahme von Organen darf nur erfolgen, wenn eine Einwilligung des Spenders vorliegt. Liegt eine solche nicht in Form eines Spenderausweises vor, so entscheiden die Angehörigen nach seinem mutmaßlichen Willen.

11.    Wie stehen die Kirchen zur Organspende?

    • Schon im Jahre 1990 haben die Deutsche Bischofskonferenz und der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland eine gemeinsame Erklärung zur Organtransplantation herausgegeben: „Aus christlicher Sicht ist die Bereitschaft zur Organspende nach dem Tode ein Zeichen der Nächstenliebe und Solidarisierung mit Kranken und Behinderten“ und „Angehörige, die die Einwilligung zur Entnahme von Organen geben, machen sich nicht eines Mangels an Pietät gegenüber dem Verstorbenen schuldig. Sie handeln ethisch verantwortlich, weil sie ungeachtet des von ihnen empfundenen Schmerzes im Sinne des Verstorbenen entscheiden, anderen Menschen beizustehen und durch Organspende Leben zu retten.“

 

Wenn Sie sich dazu entscheiden, Organspender zu werden, sollten Sie einen Organspende-Ausweis mit sich führen und auch Ihre Angehörigen darüber informieren, dass Sie grundsätzlich zu einer Organspende bereit sind.

Stand: August 2012

Publikationsdatum:   26.10.14
Datum geändert:  02.10.12
 
 

Wir über uns

Dr. med. Claudia Protze

Allgemeinmedizin
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